Junge Welt: Unsichtbare Hände lenken den Gaza-Streifen

Würg. Die Junge Welt ist ja wieder grauenhaft.

Im Artikel „Der Geist Sharons“ aus der jw von heute heißt es, einen Bericht von GISCHA (dieser findet sich unter: http://www.gisha.org/english/reports.htm)zitierend: „Israel übe mit ‚unsichtbarer Hand‘ weiterhin die Kontrolle über Gaza aus und das in vielerlei Hinsicht ‚noch mehr‘ als zuvor als Besatzungsmacht.“
Nicht erklären kann die Junge Welt, wie es – wenn die Kontrolle Israels so groß ist – sein kann, dass immer noch massive Angriffe gegen Israel von ebenjenem Gaza-Streifen ausgehen.
Darüber hinaus ist mir auch unerklärlich, warum es sich hier um eine „unsichtbare“ Hand handeln soll. Schließlich ist es allgemein bekannt, dass die IDF diesen Sommer im Gaza-Streifen war. Das ist schließlich auch mehr als nur verständlich, hat doch der Plan Sharons, den Gaza-Streifen zu räumen nicht zum gewünschten Resultat, also einer Befriedung der dort ansässigen Millizen, geführt. Im Gegenteil: diese verstärkten die Angriffe auf Israel noch weiter.

Weiter hinten in der jw wird der „versuchte Rufmord“ an Jean Ziegler beklagt. Zu diesem Menschen muss ich mich wohl nicht mehr lange auslassen, das haben andere getan. Auf trend.infopartisan.net findet sich beispielsweise folgendes:
„Besonders augenscheinlich wird dies auf der Ebene der Finanzmarktkritik. Natürlich sind nicht all jene gleich Antisemiten, die Jean Ziegler zustimmen, wenn er sagt: „Wir leben in einer Welt des Schreckens, gemacht und beherrscht von einer Horde wild wütender Spekulanten“ (Ziegler 2002, S. 83). Doch diese Aussage ist wirklich nur noch eine Haaresbreite davon entfernt, „die Juden an der Wall Street“, die das gängige Bewusstsein noch immer fast automatisch mit „den Spekulanten“ identifiziert, für alle Schrecken in der Welt verantwortlich zu machen. Vermutlich würde Ziegler eine solche Interpretation weit von sich weisen. Dann jedoch muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er hier ein antisemitisch geprägtes, gesellschaftliches Unbewusstes aus sich sprechen lässt, dessen Implikationen und Konsequenzen er nicht wahrhaben will.“

Auch nicht genau gewusst ob ich lachen oder weinen sollte, habe ich bei den Titeln „Gemeinsam gegen Global Player“, „Israel in USA spät in Verdacht geraten“, „‚Wenn Arafat noch am Leben wäre…‘“ (übrigens von Uri Averny, ein besonderes Schmankerl also…) oder „‚Neue Form des Kreditwuchers‘“. Ja und wenn sich jetzt noch jemand von der Linkspartei zum Diplom-Betriebswirt (BA) ausbilden lassen will, muss er sich nur noch an der Anzeige der sächsischen Landtagsfraktion orientieren. Das waren übrigens die, die eine Pressemitteilung mit folgendem Titel herausgegeben haben: „Porsch: Bonk spricht nicht für Fraktion – in Schwarz-Rot-Gold passt kein Hakenkreuz“.

Nun ja, dann ist ja alles klar… Aufrechte Deutsche – kauft Junge Welt!